Jetzt erst recht: Nicht in unserem Namen!

Frage: Was haben die ARD-Tagesschau und die Madsack-Ostsee-Zeitung gemeinsam? Eine Antwort: Beide ignorieren (bislang) den Appell „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!„. Das ist angesichts der mehr als prominenten Namen auf der Liste der Erstunterzeichner und der gleichzeitigen Banalität manch zeitgleich gebrachter Nachrichten seit Freitag nur mit Vorsatz zu erklären.

Ich zumindest spüre diesen Vorsatz. Als gelernter DDR-Bürger reagiere ich allergisch darauf. Und es geht nicht nur mir so. Ehemalige „Sturmgeschütze der Demokratie“ haben an Reputation und an Auflage massiv verloren. Kein Wunder, wenn sich Zuschauer und Leser zunehmend alternativen Informationsquellen zuwenden, wie beispielsweise dem neuen Onlinesender RTdeutsch oder dem Compact – Magazin für Souveränität.

Geopolitik sollte das Wort des Jahres sein. Wir sind längst im Wirtschaftskrieg und der Informationskrieg tobt. Es liegt an den Bürgern, ob daraus ein heißer Krieg wird. Frieden, das vor allem ist das vielzitierte deutsche und europäische Interesse. Das mag in Washington anders gesehen werden und die USA haben die Mittel und die Methoden sich im Westen und dem größten Teil der Welt durchzusetzen, aber muß man darum gleich von sich aus vorauseilend zum Hilfswilligen gegen Russland werden?

Trotz zunehmender Überwachung und Repression (von wegen Terrorismus!), noch sollte man doch immer noch zumindest öffentlich den Frieden anmahnen können. Wenn das viele tun, dann werden auch Tagesschau und Ostsee-Zeitung (Herr Burmeister, ich setze auf sie!) den oben genannten Appell der 60 und den Verständigungswillen der Deutschen nicht länger ignorieren können. Wenn das sehr viele tun, dann wird das auch bei den Mächtigen im Lande nicht ohne Wirkung bleiben.

Unterzeichnen Sie die Petition: Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!. Machen Sie den Aufruf bekannt!

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Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

An dieser Stelle der Aufruf deutscher Prominenter, darunter nahmhafter Sozialdemokraten:

Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und Russland treiben unausweichlich auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen, tragen gemeinsam die Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, vermeidet Irrwege.

Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990, am Ende des Kalten Krieges, durften wir alle darauf hoffen. Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig und unvorsichtig gemacht. In Ost und West gleichermaßen. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären.

In diesem Moment großer Gefahr für den Kontinent trägt Deutschland besondere Verantwortung für die Bewahrung des Friedens. Ohne die Versöhnungsbereitschaft der Menschen Russlands, ohne die Weitsicht von Michael Gorbatschow, ohne die Unterstützung unserer westlichen Verbündeten und ohne das umsichtige Handeln der damaligen Bundesregierung wäre die Spaltung Europas nicht überwunden worden. Die deutsche Einheit friedlich zu ermöglichen, war eine große, von Vernunft geprägte Geste der Siegermächte. Eine Entscheidung von historischer Dimension. Aus der überwundenen Teilung sollte eine tragfähige europäische Friedens- und Sicherheitsordnung von Vancouver bis Wladiwostok erwachsen, wie sie von allen 35 Staats- und Regierungschefs der KSZE-Mitgliedsstaaten im November 1990 in der „Pariser Charta für ein neues Europa“ vereinbart worden war. Auf der Grundlage gemeinsam festgelegter Prinzipien und erster konkreter Maßnahmen sollte ein „Gemeinsames Europäisches Haus“ errichtet werden, in dem alle beteiligten Staaten gleiche Sicherheit erfahren sollten. Dieses Ziel der Nachkriegspolitik ist bis heute nicht eingelöst. Die Menschen in Europa müssen wieder Angst haben.

Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für den Frieden in Europa gerecht zu werden. Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Die deutsche Regierung geht keinen Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin zur Besonnenheit und zum Dialog mit Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.

Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich fuür den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas. Alle, die versucht haben, das gewaltsam zu ändern, sind blutig gescheitert – zuletzt das größenwahnsinnige Hitler-Deutschland, das 1941 mordend auszog, auch Russland zu unterwerfen.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, als vom Volk beauftragte Politiker, dem Ernst der Situation gerecht zu werden und aufmerksam auch über die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen. Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. Einbinden statt ausschließen muss das Leitmotiv deutscher Politiker sein.

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.

Am 3. Oktober 1990, am Tag der Deutschen Einheit, sagte Bundespräsident Richard von Weizsäcker: „Der Kalte Krieg ist überwunden. Freiheit und Demokratie haben sich bald in allen Staaten durchgesetzt. … Nun können sie ihre Beziehungen so verdichten und institutionell absichern, dass daraus erstmals eine gemeinsame Lebens- und Friedensordnung werden kann. Für die Völker Europas beginnt damit ein grundlegend neues Kapitel in ihrer Geschichte. Sein Ziel ist eine gesamteuropäische Einigung. Es ist ein gewaltiges Ziel. Wir können es erreichen, aber wir können es auch verfehlen. Wir stehen vor der klaren Alternative, Europa zu einigen oder gemäß leidvollen historischen Beispielen wieder in nationalistische Gegensätze zurückzufallen.“

Bis zum Ukraine-Konflikt wähnten wir uns in Europa auf dem richtigen Weg. Richard von Weizsäckers Mahnung ist heute, ein Vierteljahrhundert später, aktueller denn je.

Die Unterzeichner:

  • Mario Adorf, Schauspieler
  • Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
  • Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize – Präsident der Alma Mater Europaea)
  • Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
  • Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
  • Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
  • Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
  • Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
  • Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
  • Dr. Klaus von Dohnanyi (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg)
  • Alexander von Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
  • Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
  • Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
  • Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
  • Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
  • Pater Anselm Grün (Pater)
  • Sibylle Havemann (Berlin)
  • Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
  • Christoph Hein (Schriftsteller)
  • Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
  • Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
  • Josef Jacobi (Biobauer)
  • Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
  • Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
  • Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
  • Friedrich Küppersbusch (Journalist)
  • Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
  • Irina Liebmann (Schriftstellerin)
  • Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
  • Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
  • Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consultng GmbH)
  • Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
  • Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
  • Klaus Prömpers (Journalist)
  • Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
  • Jim Rakete (Fotograf)
  • Gerhard Rein (Journalist)
  • Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
  • Eugen Ruge (Schriftsteller)
  • Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D
  • Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
  • Georg Schramm (Kabarettist)
  • Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
  • Philipp von Schulthess (Schauspieler)
  • Ingo Schulze (Schriftsteller)
  • Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
  • Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
  • Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
  • Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
  • Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
  • Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
  • Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
  • Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
  • Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
  • Andres Veiel (Regisseur)
  • Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
  • Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
  • Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
  • Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
  • Wim Wenders (Regisseur)
  • Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
  • Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)

Quelle: zeit.de vom 05.12.2014

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Die schon guten 70,1 Prozent Zustimmung im Jahre 2009 konnte der Reriker ehrenamtliche Bürgermeister Wolfgang Gulbis 2014 sogar noch steigern. Diesmal votierten 76,6 Prozent der Wählerinnen und Wähler im Ostseebad Rerik für ihn.

Und das, obwohl oder vielleicht auch gerade, während das kleine Städtchen zwischen Ostseestrand und Salzhaff eine besonders schwere Saison zu bestehen hat. Stichworte hierbei sind die Strandsperrung wegen Munitionsbergung und das Verbot der Ferienwohnungen in Wohngebieten.

Herzlichen Glückwunsch!

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Kandidaten der SPD erringen im Ostseebad Rerik erneut die absolute Mehrheit

Seit 1990 „regiert“ die SPD in Rerik. Dabei traf sie offenbar nicht nur in den zurückliegenden fünf Jahren mit ihrer absoluten Mehrheit in der Stadtvertretung gute Entscheidungen, sondern genießt auch für die kommenden fünf Jahre das größte Vertrauen der Reriker. Vielen Dank dafür!

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