Ministerpräsident war zum Jubiläum an Bord
Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung des Autors
Rerik – Eigentlich geht man in diesem Alter in den Ruhestand – die Reriker Heulbojen sind aber aktiver als je zuvor. Einer der Gründe, weswegen anlässlich des 65-jährigen Jubiläums auch Ministerpräsident Erwin Sellering kürzlich den Weg ins neue Reriker Kulturhaus fand.
“Es dürften statt Waffen nur die Musikinstrumente sprechen, dann wäre Frieden auf der Welt”, zitierte der erste Vorsitzende Gerd Strübing in seiner Begrüßung einen Sangeskameraden. Die Heulbojen jedenfalls haben mit ihren derzeit 46 Mitgliedern in diesem Sinne “in fast allen Bundesländern und im Ausland ihre Spuren hinterlassen”, so Strübing, der auf die mehr als 50 bis 60 Auftritte im Jahr verwies.

Wenn Alterspräsiden Joachim Renz – von 1957 bis 2007 Chorleiter der Reriker Heulbojen – die Leitung übernimmt, stimmt auch Erwin Sellering (2.v.r.) zum “Mecklenburger Heimatlied” mit ein.
“Ohne die Shantysänger wäre die musikalische Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern weniger farbig – und die Auftritte im Ausland sind beste Werbung für unser Land”, betonte Erwin Sellering in seinem Grußwort. Singen sei eine besonders schöne Form der Traditionspflege und das Singen im Chor dabei die Königsdisziplin. “Das ist nur möglich mit Sängern, die mit viel Begeisterung, mit viel Herz und Einsatz bei der Sache sind – und ihre Freude am Singen spürt jeder.” Schließlich hätten die Heulbojen “einen großen Anteil daran, dass das, was Mecklenburg-Vorpommern einmalig und unverwechselbar macht, lebendig ist und lebendig bleibt”, betonte der Ministerpräsident.
Sellering lobte den Chor auch für sein Engagement für die Gemeinschaft: “Die Sänger unterstützen Kirchgemeinden, Seniorenprojekte, krebskranke Kinder, die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Dieses beeindruckende Engagement für andere Menschen verdient große Anerkennung. Dafür danke ich sehr herzlich.” So kamen etwa allein für die DGzRS mehr als 4.000 Euro durch die Mitnahme von Sammelschiffchen zusammen.
Nun aber stehen die Zeichen für die Sänger wieder auf Repräsentation Mecklenburg-Vorpommerns im Ausland. Erinnert sei nicht nur an die Teilnahme beim Adventssingen im Wiener Rathaussaal – Erwin Sellering schmunzelnd: “Da habt ich bewiesen, dass Walzer nicht alles ist.” In diesem Jahr ist die Teilnahme am Shantychortreffen in Prag einer der Höhepunkte. Der Ministerpräsident ist sicher, dass die Heulbojen als ältester Shantychor unseres Bundeslandes dabei “eine frische Ostseebrise an die Moldau bringen werden”. mig
INFO: Weitere Informationen zu den Reriker Heulbojen im Internet unter http://www.rerikerheulbojen.de

Unter den Gästen: Bürgermeister Wolfgang Gulbis (3.v.l.) und Landrat Thomas Leuchert (5.v.l.)