Bedenklicher als den einen Sarrazin…

Bedenklicher als den einen Sarrazin finde ich die vielen in der SPD, die mit ihrer Meinung nur rausrücken, wenn diese Meinung “von oben” frei gegeben wurde, die reflexartig kleffen, wenn alle kleffen, die jährlich für den Kriegseinsatz in Afghanistan stimmen, weil es für ihre Karriere förderlicher ist. Nein, da ist mir der eine Sarrazin lieber, denn der ermöglicht immerhin durch seinen Beitrag und auf diese Weise eine Diskussion zum Thema mit folgenden Thesen: ganz lesen

Wer daraus nur eine Diskussion zur Person Thilo Sarrazin machen will, der muß blind durch das Land laufen. Da ist vieles im Argen und man sollte sich überdies noch einmal das Bundestagswahlergebnis der SPD vom September 2009 ganz genau ansehen. Oder möchte man sich das weiter schön reden? Der SPD wurde nur noch von wenigen die Lösungskompetenz und das Vertrauen zugesprochen. Das lag nicht an Sarrazin, aber sehr wohl mit an der Sprachlosigkeit der SPD-Basis.

Im übrigen nehme ich gerne Wetten an, daß die SPD-Schiedskommission an Thilo Sarrazin nicht den Willen des SPD-Präsidiums auf Parteiausschlussverfahren Rausschmiß vollstreckt.

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3 Antworten auf Bedenklicher als den einen Sarrazin…

  1. Thomas sagt:

    Ich habe das Buch nicht gelesen um mir eine umfassende Meinung darüber zu bilden. Den Umstand biologische / genetische Ursachen für ein Verhalten verantwortlich zu machen finde ich befremdlich. Thilo Sarrazin ist ein Provokateur, er wendet meiner Meinung nach die Provokation dazu an um auf einen Missstand aufmerksam zu machen. Und vieles was er in den letzten Jahren und auch aktuell anspricht, bewahrheitet sich ganz stark.

  2. Thomas Wendt sagt:

    Nachdem die Welle der reflexartigen Empörung abebbte, nachdem sämtliche Talkshows mindestens einmal dazu talkten, wird es langsam sachlicher. Das war abzusehen, zumindest wenn man nicht Teil, sondern Beobachter des Medien- und Politbetriebes ist. Selbiger braucht jede Woche mindestens eine neue, durch das Dorf zu treibende Sau. Schade, daß die wenig weitsichtige SPD-Führung die paar Tage nicht hat abwarten wollen.

    Inzwischen melden sich besonnenere Stimmen zu Wort, wie etwa Klaus von Dohnanyi bei der SZ. Jeder kann nachlesen, was tatsächlich im Buch des Thilo Sarrazin geschrieben steht. Sigmar Gabriel täte gut daran, seinen Irrtum einzugestehen, sich mit Thilo Sarrazin wieder zu vertragen. Noch ist es dazu nicht zu spät.

  3. Thomas Wendt sagt:

    Der Vollständigkeit halber bleibt festzustellen, es ist gekommen, wie es vorherzusehen war. Sarrazin bleibt in der SPD. Nachzulesen unter anderem hier: http://www.spiegel.de/thema/thilo_sarrazin/ Es hätte nicht so weit kommen dürfen. Hoffentlich hat man in Berlin gelernt?

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